Aktionskonferenz der Klimagerechtigkeitsbewegung 2019 in Kassel

Ein klimabewegtes Jahr geht bald zu Ende.. Wow, was war da alles los?!

Im Sommer unzählige KlimaCamps in (Mittel-)Europa, 50.000 Menschen im Hambi, vorläufiger Rodungsstopp, eine gefeierte EndeGelände Aktion, eine spannende und produktive Strategiekonferenz mit beinahe 90 Seitiger Doku, Vernetzung usw...
Puh! Da darf aktiver Mensch nicht vergessen auch mal durchzuatmen!

Und doch wollen wir euch hiermit bitten, markiert euch das Wochenende vom 11.-13.01.2019 dick in euren (neuen) Kalendern.

Das neue Jahr geht gut gelaunt los, mit der Aktionskonferenz der Klimagerechtigkeitsbewegung für den deutschsprachigen Raum. Veranstaltungsort wird Kassel sein (genauere Infos zu den Räumen und konkreteren Programmpunkten folgen in einer nächsten Mail).
Anknüpfend an die Strategiekonferenz im August dieses Jahres auf dem Klimacamp im Reinland wollen wir wieder mit verschiedenen Akteurinnen der Klimagerechtigkeitsbewegung zusammen kommen, an den Inhalten [1] anknüpfen, weiterdiskutieren und in konkretere Planungen gehen. Wir möchten unseren Fokus dabei aktionsbezogen auf das kommende Jahr (und darüber hinaus) richten. Und uns weiter damit beschäftigen, stärker ins Agieren und Themen setzen zu kommen, um den Wandel bunt, schlagkräftig und mit Spaß weiter voranzutreiben.

Wir als Vorbereitungsgruppe schlagen vor, dass bestehende Gruppen, Initiativen und Büros, delegierte Personen zur Aktionskonferenz entsenden und dass natürlich interessierte und/oder nicht organisierte Einzelpersonen ebenfalls herzlich willkommen sind.

Derzeit besteht die Vorbereitungsgruppe aus Personen verschiedener Spektren, die sich über weitere Mitstreiterinnen freuen würden. Konkret braucht es noch interessierte Menschen für die Vorbereitung der Konferenz-Infrastruktur und auch bei der inhaltlichen Vorbereitung sowie bei der Moderation seid ihr herzlich willkommen! Ihr erreicht uns unter strategie2019@riseup.net.

Euch ist es wichtig, dass bestimmte Themen auf der Aktionskonferenz behandelt werden? Was sind dringende Fragen und Anknüpfungspunkte für euch und eure Gruppen? Schreibt eure Anregungen und Wünsche an strategie2019@riseup.net

Mit vorfreudigen Grüßen,
eure Vorbereitungsgruppe der Aktionskonferenz 2019

[1] Dokumentation der Strategiekonferenz zu 2019 / Rheinlandcamp August 2018:
http://www.klimacamp-im-rheinland.de/wp-content...

Permakultur

Permakultur entspringt der bewusst naturnahen Gestaltung lebendiger Systeme und versucht, dem Lebendigen zu helfen, sich bestmöglich zu entfalten.

Dabei ist Permakultur nicht etwa lediglich eine ökologischere Art der Landwirtschaft, sondern lässt sich prinzipiell auf alle Lebensbereiche ausweiten und anwenden. Vielleicht sogar bis hin zu bewusster Gestaltung menschlicher Gesellschaftlichkeit. Damit bildet die Permakultur ein Dach für verschiedenste Ideen, Prinzipien und Herangehensweisen, welche auf eine Kultur abzielen, die dauerhaft auf diesem Planeten Bestand haben könnte. Vielleicht ist es gerade dieser ganzheitliche Ansatz, welcher der Permakultur das Potenzial verleiht, die bestehenden Verhältnisse in vielfältiger Art und Weise grundlegend zu ändern.

Für alle Neugierigen, Interessierten oder auch bereits Aktiven gibt es nun eine Permakultur-Gruppe auf WeChange.de: https://wechange.de/group/permakultur/. Hierzu sind alle eingeladen, die Lust haben, einen möglichen, von der Permakultur skizzierten Weg in eine global nachhaltige Zukunft, zu erkunden, und sich mit anderen, die diesen Weg ebenfalls für sich entdecken, zu verbinden - um dann gemeinsam zu gehen.

Meine Wirkung in der Welt - Workshop für junge Engagierte und solche, die es werden wollen

Freitag, 7.12., 17.00-20.15h und
Samstag, 8.12., 10.00 - 17.00h

Wandel liegt in der Luft - das können wir am Einsatz für die sozialen und ökologischen Herausforderungen unserer Zeit spüren. Ob beim Protest gegen Konzernprofite auf Kosten von Klima, Artenschutz und ein menschenfreundliches Umfeld am Hambacher Wald, das Erstarken nachhaltiger Lebensstile in Form von Gemeinschaftsgärten, Tauschringen und Repaircafés oder die Entwicklung gemeinwohlorientierter Organisationsformen.

Denn es wird immer deutlicher, dass es von unserem Handeln jetzt, den heutigen Weichenstellungen, abhängt, wie sich unsere zukünftigen Lebenswirklichkeiten entfalten. Doch wie kann ich - frei nach Gandhi - die Veränderung sein, die die Welt braucht?

Dieser Workshop bietet jungen Engagierten und Interessierten den Raum, einen inneren Kompass und eine Haltung für Ihr soziales, politisches oder ökologisches Engagement zu entwickeln sowie ihre Anliegen und Visionen aber auch Sorgen und Hindernisse zu artikulieren. Auf Basis einer systemischen Sichtweise nähern wir uns den Fragen nach Motivation und Selbstwirksamkeit, der Gestaltung gesellschaftlicher Veränderung sowie der Umsetzung von Handlungsintentionen im Rahmen demokratischer Partizipation.

**Anmeldung: **https://veranstaltungen.boell-nrw.de/index.php?...

Degrowth oder auch Postwachstum? – Eine Einführung 30. November – 02. Dezember 2018 in Waltershausen bei Erfurt

Du willst einen gesellschaftlichen Wandel und politische Reformen? Willst du dich vernetzen für ein anderes Zusammenleben oder interessierst dich für kulturelle Muster, die den Wandel blockieren?
Wir bieten ein Seminar an, in dem wir die theoretischen Ansätze von Degrowth und Postwachstum nutzen wollen, um diesen Fragen und Aufgaben gerecht zu werden.

Steht allen interessierten Menschen zwischen ca. 20 – 80+ Jahren offen
TN-Beitrag: nach Selbsteinschätzung: 40-60€ Euro

Anmeldung und weitere Infos: seminare@knoe.org
Lest weiteres auf unserer Webseite! https://www.konzeptwerk-neue-oekonomie.org/degr...

Dragon Dreaming Intensiv-Workshop: Projekte des Wandels verwirklichen

Wie können wir Projekte so planen und gestalten, dass jede_r Einzelne wächst, eine gute Gemeinschaft entsteht und sich die Welt insgesamt zum Positiven wandelt?

Dragon Dreaming ist ein Koffer voller Methoden für Gemeinschaftsprojekte des Wandels. In diesem Intensiv-Workshop im Ökodorf Siebenlinden erfährst du:

  • Wie du gemeinschaftlich eine Vision entwickelst
  • Wie du aus deinen Träumen machbare, inspirierende Ziele ableitest
  • Wie du spielerisch einen Projektplan entwickelst
  • Wie du eine Win-Win-Kultur in deiner Gemeinschaft stärkst
  • Wie du eine Kommunikations der Offenheit und des Vertrauens lebst
  • Wie du deine Träume erfolgreich verwirklichst

Der Workshop findet im Ökodorf Siebenlinden vom 18.–23. November 2018 (Sonntag–Freitag) statt. Das Ökodorf liegt zwischen Hamburg, Berlin und Hannover und ist mit öffentlichen Verkehrsmitteln gut zu erreichen.

VÖÖ hat Kapp-Forschungspreis für Ökologische Ökonomie vergeben

Der Kapp-Forschungspreis für Ökologische Ökonomie ist am 28. September 2018 in der International School of Management (ISM) in Stuttgart vergeben worden. Die Preisverleihung fand im Rahmen der Jahrestagung der Vereinigung für Ökologische Ökonomie (VÖÖ) statt. Der mit 5.000 Euro dotierte Forschungspreis dient der wissenschaftlichen Nachwuchsförderung. Von den aus dem In- und Ausland eingereichten Studien wurden drei für einen Preis ausgewählt:

  • Dr. Steffen Lange
  • Barbara Plank
  • Marius Rommel

Details findet Ihr in der beigefügten Pressemeldung.

Projekt "welt:raum" bietet Plattform für Initiativen!

Liebe Engagierte aus dem Bereich Nachhaltigkeit und Globale Gerechtigkeit,

das Projekt "welt:raum" auf der Landesgartenschau in Lahr, das vom Weltladen Regentropfen e.V. Offenburg durchgeführt wird, geht in den Endspurt!

Noch bis Mitte Oktober sind NGOs, Initiativen und interkulturelle Gruppen herzlich eingeladen, das traditionelle Themenfeld der Landesgartenschau um neue Perspektiven zu erweitern!

Mit dem Projekt möchten wir die Sustainable Developemt Goals der UN unterstützen und die weltweite Solidarität fördern. Mit eurer Teilnahme am "welt:raum" könnt ihr dazu beitragen, diese Anliegen und eure eigenen Ziele weiter in die Gesellschaft zu tragen.

Die nötige Infrastruktur sowie Eintrittskarten zur Landesgartenschau stellen wir zur Verfügung.
Mehr Infos zum Projekt gibt es hier: http://www.weltladen-offenburg.de/mittelbaden/l...
und ganz unverbindlich unter lahr2018@weltladen-offenburg.de

Achtung: Es gibt nur noch wenige freie Termine am Wochenende! Nutzt die Chance, um Teil unseres Projektes zu werden. Zu haben sind noch der 15. & 16. September, der 6. & 7. Oktober, sowie der 13. Oktober.
Weitere Termine unter der Woche sind verfügbar.

Herzliche Grüße
Lisa
für das welt:raum-Team

Noch freie Restplätze beim Seminar "Degrowth zur Einführung" - Anmeldung bis Sonntag, 19. August

Degrowth oder auch Postwachstum…

Du hast den Ausdruck schon mal gehört, aber weißt nicht so richtig, was sich dahinter verbirgt?!
Dich nervt, dass der Begriff so schwammig ist und willst endlich mehr Klarheit?!

Das Seminar dient als Einführung in die Debatte rund um Degrowth. Dabei stehen im Vorhinein nur einige Eckpunkte fest und wir reagieren stark vor Ort auf die Fragen und Themen, die ihr mitbringt. Gesetzt ist aber:
Eine kritische Analyse der Grunddynamiken einer Wachstumsgesellschaft
Eine Auseinandersetzung mit solidarischen, demokratischen und ökologischen Formen des Wirtschaftens, die bereits heute umgesetzt werden.
Ein Empowerment der Teilnehmenden ihre Fähigkeiten für einen sozial-ökologischen Wandel einbringen zu können

In allen Phasen des Seminars greifen wir auf einen Mix aus Methoden zurück, um uns zum einen mit wissensbasierten Ansätzen einige Theorien anzueignen; und zum anderen mit erfahrungsbasierten Ansätzen wie Theatertechniken, Lernen mit und in der Natur oder Methoden der Ökophilosophin Joanna Macy die Inhalte auch erlebbar zu machen. Der Rahmen der Oberlinspher Mühle im Naturschutzgebiet mit Sauna und See bietet uns dafür einen idealen Rahmen.
Weitere Infos und Anmeldung gibt es unter unten stehendem Link:
https://www.konzeptwerk-neue-oekonomie.org/degr...

Rezension zu "Kapitalismus aufheben - Eine Einladung, über Utopie und Transformation neu nachzudenken"

Das im Juli 2018 veröffentlichte Buch „Kapitalismus aufheben - Eine Einladung, über Utopie und
Transformation neu nachzudenken“ von Simon Sutterlütti (Soziologe, aktiv im Commons-Institut)
und Stefan Meretz (Ingenieur, Informatiker, Mitbegründer des Commons-Instituts) richtet sich an
all jene, die das Träumen nicht verlernt haben und auch das Mantra der Alternativlosigkeit zum
Gegenwärtigen nicht akzeptieren wollen.

Die Motivation zum Buch entstand den Autoren vor allem aus der Beobachtung heraus, Debatten
um gesellschaftliche Utopien fänden im öffentlichen Raum kaum mehr statt, weshalb das zentrale
Anliegen auch sein soll, große Utopien nicht nur wieder (zu) denken (zu dürfen), sondern vor allem
zur Diskussion und damit zur Weiterentwicklung von gesellschaftlich transformierenden Ideen
anzuregen.
Die Autoren selbst definieren das Ziel ihrer eigenen Utopie als eine „Freie Gesellschaft“. Also eine,
die sich einerseits von jedweder Herrschaft und andererseits von systemischen Sachzwängen befreit
hat. Im Kapitalismus handeln die Menschen erzwungenermaßen profitorientiert und damit
zunehmend auch an ihren eigentlichen Bedürfnissen vorbei, was sich letztlich in verschiedenartigen
Krisen und Entwicklungswidersprüchen ausdrückt:

„Es ist wichtig, die gesellschaftliche Vermittlung im Kapitalismus zu verstehen, weil sie den meisten
Menschen als die einzig mögliche erscheint. Sie prägt und verengt unsere Auffassungen von
Gesellschaft und Vermittlung. So können wir uns kaum vorstellen, dass so etwas komplexes wie eine
Gesellschaft von uns Menschen bewusst geschaffen werden kann. Die Qualität des Kapitalismus ist
die »unbewusste Gesellschaftlichkeit«. Sie entsteht, wenn zwei Dynamiken zusammenkommen: Die
gesellschaftliche Vermittlung stellt sich »hinter dem Rücken« der Menschen her (Selbständigkeit)
und dreht das Verhältnis von subjektiv gewollter Bedürfnisbefriedigung (sozialer Prozess) und
objektiv erzwungener Verwertung (sachlicher Prozess) um. Das Moment der Selbständigkeit, das
jeder Gesellschaft zugrunde liegt, wird im Kapitalismus zur Verselbstständigung von Sachzwängen
gegenüber den Bedürfnissen der Menschen. Wir können den Kapitalismus nicht mehr kontrollieren,
sondern dieser kontrolliert uns.“ (S.170)

Sutterlütti und Meretz arbeiten nachvollziehbar heraus, dass „Freiwilligkeit“ und „kollektive
Verfügbarkeit“ die Mindestvoraussetzungen und damit auch Grundpfeiler einer solchen „Freien
Gesellschaft“ sein müssten.

Obwohl das Buch eigentlich in sieben Kapitel gegliedert ist, lässt es sich in drei große Komplexe
unterteilen. Der erste befasst sich damit, in die Thematik einzutauchen, den Status Quo
herauszuarbeiten und die Kritik am Kapitalismus zu begründen. Zudem wird hier Stellung zu
bisherigen, historischen Versuchen zur Überwindung des Kapitalismus bezogen und auch Kritik an
aktuellen Strategien zur Transformation geübt. Schließlich laufen die allermeisten davon auf
politisch-staatliche Reformen oder einen revolutionären Umbruch durch Machterringung hinaus.
Warum beide dieser Wege nicht zielführend sein können, sondern bestenfalls hilfreich
unterstützend, wird von dem Autorenduo klar formuliert und gut begründet. Allein schon für diesen
erhellenden ersten Buchteil lohnt die Lektüre.
Den mittleren Teil des Buches widmen Sutterlütti und Meretz ihrem Hauptanliegen, nämlich den
Raum für Debatten um Utopien wiederzueröffnen. Dazu versuchen sie, eine generelle Theorie zu
Utopien zu umreißen, welche die Ziele wandlungswilliger Bestrebungen griffiger und fokussierter
machen könnte, ohne dabei ein zu konkretes Bild einer möglichen Zukunft „auszupinseln“. Ergänzt
wird diese Utopietheorie durch den Entwurf einer verallgemeinerten Theorie zu möglichen
Aufhebungsprozessen, die den Weg aus dem Gegenwärtigen ins Utopische skizzieren wollen.
Sowohl diese Aufhebungstheorie als auch die sogenannte kategoriale Utopietheorie sollen in erster
Linie anderen Denkern und Visionären Räume zur kreativen Ausgestaltung eröffnen und zur
Reflexion ihrer eigenen Ansätze einladen.Den abschließenden dritten Teil des Buches nutzen die Autoren sogleich zur Anwendung ihrer im
Mittelteil entwickelten Theorien und stellen den Commonismus, ihre eigene kategoriale Utopie,
sowie ihre Aufhebungstheorie vor, die sie Keimformtheorie getauft haben.
Die Keimformtheorie gehe davon aus, dass das Neue im Alten bereits als Keim angelegt, jedoch
nicht dominant sei. Unter entsprechenden Vorbedingungen, die auch diskutiert werden, könnte diese
Vorform jedoch mehr Relevanz erlangen und letztlich die Dominanz erlangen.

„Eine Utopie, die das Ende von Knappheit im Zentrum hat, wird die Vorform in technischen
Entwicklungen sehen. Eine Utopie, die an zentrale Planung glaubt, wird politisch-staatliche
Vorformen suchen. Unsere Utopie findet ihre Vorform in neuen Beziehungen zwischen Menschen.“
(S.94)

Diese neuen Beziehungen würden in der Utopie des Commonismus nun bestimmt durch das
sogenannte Commoning. Dabei handele es sich um eine soziale Praxis, deren ureigenes Wesen es
ist, inkludierend zu wirken. Das heißt, dass es ohne besondere Überwindung nahe liegt, die
Bedürfnisse anderer Menschen in die eigene Handlungslogik einzubeziehen und diese zu
berücksichtigen, weil dies letztlich auch zum eigenen Vorteil würde. Damit wäre die exkludierende,
also ausgrenzende und trennende Wirkungsweise, die dem Kapitalismus systemisch innewohnt,
aufgehoben.

Mit ihren Überlegungen, Ideen und Theorien knüpfen Sutterlütti und Meretz an die Gedanken vieler
Vordenker an, auf deren Schultern sie stehen, kritisieren diese aber auch fundamental. Sie
beschreiben systemische Hebelpunkte für Veränderung, die sehr tief wurzeln und präsentieren dazu
neuartige (Denk-)Ansätze, die paradoxer- und gleichzeitig erhellenderweise bisher wenig
theoretische, dafür aber bereits viel praktische Verbreitung finden! Außerdem bereichern sie ihr
Werk mit sehr spannenden Erkenntnissen und Schlüssen, wie beispielsweise einer überraschenden
Kritik an der Notwendigkeit von Ethik oder dem Wesen von Gemeinschaften. Erscheinen diese
doch den meisten emanzipatorisch denkenden Lesern zunächst sicherlich als essentiell, entlarven
die Autoren die Herausbildung beider Bedürfnisse auf beeindruckende Weise als teils sogar
problembehaftete Symptome des Kapitalismus, die vom Commonismus mit aufgehoben würden.

Erstaunlich, was die Autoren alles in den 250 Buchseiten unterbringen, ohne ein Gefühl aufkommen
zu lassen, etwas würde wesentlich zu kurz kommen. Obwohl allein der eine oder andere Punkt
leicht weitere Bücher füllen könnte. Erreicht wird dies durch eine präzise, klare Sprache und wenig
ausschmückende Prosa. In dieser Hinsicht gelingt dem Autorenduo auch der eigentlich unmögliche
Spagat zwischen einem dem Thema angemessenen, wissenschaftlich-seriösen Stil und allgemeiner,
leichter Verständlichkeit vergleichsweise gut. Anfangs besser, dann zunehmend herausfordernder,
was wirklich Interessierte jedoch leicht verzeihen werden:

„Die hier entwickelten Begriffe muten kompliziert an. Sind sie auch. Unser Ziel ist, allgemeine
Bestimmungen für den Mensch-Gesellschafts-Zusammenhang zu gewinnen. Das Problem liegt
darin, dass wir Gesellschaft als transpersonale Kooperation nicht sinnlich erfahren. Wir können
nur ihre Wirkungen in kleinen Ausschnitten interpersonal und unmittelbar wahrnehmen. Staat,
Patriarchat, Markt erleben wir nicht unmittelbar, sondern wir erleben nur ihre Auswirkungen.
Doch die abstrakt anmutenden Worte brauchen wir, um das interpersonale Erleben zu begreifen,
indem wir es auf den Begriff bringen.“ (S.145)

Leider kann ihr Werk nicht ohne Vorbehalt als Einstieg in die Gesellschaftstheorie oder die Welt der
Commons empfohlen werden. So ist es in seiner Gesellschaftsanalyse sehr tiefgehend und äußerst
kritisch, was Einsteiger sehr fordert. Hilfreich und aufschlussreich sind jedoch die vielen
kurzgefassten und knackigen Begriffsbestimmungen, die erheblich zur Verständlichkeit beitragen
können.Auch um erstmalig in die Welt der Commons und des Commoning einzutauchen, ist „Kapitalismus
aufheben“ vermutlich zu nüchtern, sachlich und theoretisch. Hier braucht es vielleicht eine
emotionalere, gefühlvollere, vielleicht gar praktischere Erfahrung als dieses Buch vermitteln kann
oder auch will, um eine ausgeprägte, lebendige und griffige Vorstellung dafür zu entwickeln.
Andere bereits frei erhältliche Werke zu Commons könnten dies leisten.

Dennoch haben Sutterlütti und Meretz hier etwas Wichtiges und Großes geleistet. Es wäre zu
wünschen, die Ideen und Ansätze fänden die ihnen gebührende Verbreitung und avancieren zum
Fundament für ein neues Kapitel des bevorstehenden gesellschaftlichen Wandels.
Damit ist „Kapitalismus aufheben“ eine dringende Empfehlung und essentielle Lektüre für alle, die
gesellschaftlich interessiert oder bereits transformierend engagiert sind bzw. es gern sein möchten.
Die Lektüre dient nicht nur dem Zweck, Denkräume für Utopien zu schaffen und die Utopie des
Commonismus vorzustellen, sondern auch dazu, die eigenen Überzeugungen, Bestrebungen und
Engagements besser verorten zu können. Dabei kann es vielleicht zu überraschenden
Ernüchterungen kommen oder auch die Augen öffnenden Momenten. Vielleicht gelingt es dem
Buch sogar, Hoffnungen (wieder-) zu erwecken und Mut zu machen, etwas grundlegend Neues
anzugehen, das plötzlich nicht mehr jenseits des Horizontes liegt, sondern greifbarer denn je
erscheint.

Das Buch kann käuflich erworben werden, ist jedoch auch frei unter Commonism.us als PDF downloadbar.

Konferenz für eine bessere Welt | 18. und 19. August in Hamburg

Träumst du auch von einer besseren Welt?

Dann mach mit! Bei der Konferenz findest du einen bunten Mix aus Workshops, interaktiven Talks, Aktionen zum Mitmachen und Vernetzungsmöglichkeiten.

Hier ein 1. Blick ins Programm:

Denke
Diskutiere mit! In 6 guten Gesprächen mit
12 spannenden Gästen zu wichtigen Themen des öko-sozialen Wandels.

Träume
Entwickle Ideen für eine bessere Welt in Workshops zu Art of Hosting, Liberating Structures, Social Presencing Theatre u.v.m.

Lerne
Optimiere deine Projektarbeit durch Workshops zu Konsensfindung mit Premium, Holokratie mit Soulbottle oder Projektplanung und Crowdfunding.

Wandel
Mach mit bei Akionen: Rolle Saatgutbomben, drucke Postkarten, sammle Wildkräuter oder feier bei der Schnippeldisco u.n.v.m.

Weitere Infos findest du auch unter https://www.fuereinebesserewelt.info/ueber/konf...