• until (all day)
  • Urheberrechtsfragen in Zeiten der Digitalisierung, Debatten um koloniale Beutekunst in europäischen Museen, die sich kontinuierlich verschärfende Wohnraumfrage, Kämpfe um sexuelle Selbstbestimmung sowie die Verfügungshoheit über den eigenen Körper, Wirtschaftsdemokratie und gemeinwohlorientierte öffentliche Daseinsvorsorge vs. marktgetriebene, einer maximalen individuellen Profitsteigerung verpflichtete Verwertungsparadigmen, Auseinandersetzungen um die Verfügung über und Ausbeutung von natürlichen Ressourcen wie Wasser, seltenen Erden oder Braunkohle, die Vertreibung von Obdachlosen und Jugendlichen aus dem ‚öffentlichen‘ Raum einerseits, das Anwachsen sog. Gated Communities und von einer kommerziellen Konsumlogik strukturierter Flächen in den Innenstädten andererseits… Eigentumsfragen sind allgegenwärtig.

    Sie durchdringen nahezu alle Bereiche unserer Lebensführung. Auch zahlreiche gesellschaftliche und politische Konstellationen unserer Zeit lassen sich als Eigentumskonflikte verstehen. Die Brisanz der Thematik ist auch auf das moderne Verständnis von Eigentum zurückzuführen. Einerseits gilt Eigentum als Garant von Freiheit und Selbstverwirklichung, andererseits birgt es stets auch die Grundlage potentiell illegitimer sozialer Macht und politischer Einflussnahme. Dieses Spannungsverhältnis des Eigentumsbegriffs zeigt sich auch in gesellschaftlichen Fragen: Kann eine Gesellschaft gegenüber Individuen Eigentumsansprüche erheben, etwa indem Steuern erhoben, (un-)freiwillige soziale Jahre verordnet oder Organe entnommen und umverteilt werden?

    Als Netzwerk Solidarische Stadt Augsburg wollen wir uns gemeinsam mit Euch solch eigentümlichen Fragen stellen und nach solidarischen Antworten suchen. Wir wollen Diskussionen anstoßen, Probleme identifizieren und praktisch werden:

    Wem gehört was und warum eigentlich? Ist das Denken und Handeln in Kategorien des Eigentums an sich verkehrt und verfänglich? Führt es uns womöglich dazu, in einer Art und Weise über uns, unsere Mitmenschen und unsere Umwelt nachzudenken, die verheerende Konsequenzen hat? Müssten wir infolgedessen vielleicht nicht nur darüber nachdenken, wie Eigentum anders zu verteilen, sondern wie es grundsätzlich zu überwinden wäre? Was heißt das in der Praxis und wann können wir damit loslegen?